An(ge)dacht November 2020

Pfrin-Anke_WalterMit folgenden Gedanken grüßt Sie
Pfarrerin Anke Walter

Seht, die gute Zeit ist nah!

So heißt es in einem schwungvollen Adventslied. Der Rhythmus lässt einen spüren, dass hier Bewegung drin ist. Da tut sich was. Man ahnt schon, dass es eine Veränderung gibt.

Krippe-Kirche
(c) Monika R.

Es ist ja Advent. Und in den Wochen vor Weihnachten verändert sich immer Vieles. Für die einen wird das Leben noch hektischer und für die anderen beginnt endlich die besinnliche Zeit mit Kerzen, Tannenduft, bekannten Liedtexten und Melodien. Der Advent verändert den Einzelnen und unsere Stadt. Und wie wird die Adventszeit dieses Jahr? Das Jahr 2020 ist von einer furchtbaren Pandemie geprägt. Und nichts ist mehr so wie es einmal war. Die gute alte Zeit ist nur noch Erinnerung. Viele von uns erleben schmerzhafte Einschränkungen oder gar Krankheit. Die Infektionszahlen bestimmen unseren Alltag und unsere Begegnungen mit Anderen. Hygienekonzepte und Masken erschweren uns, sich ungezwungen näher zu kommen und sich zu berühren.

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Was für eine schwierige Zeit!

Wir Christinnen und Christen erinnern uns in diesen Tagen wieder an die 3 An(ge)dacht Zeit, als Kaiser Augustus sein Gebot zur Volks- und Steuerzählung erlassen hatte. Es war eine Zeit wie immer. Neue Gesetze und Regeln bestimmten das Leben der Menschen. Den einen erschienen sie unnütz und schikanös, den anderen erschienen sie sinnvoll und hilfreich. Eine Zeit voller Ängste und Sorgen. Und doch auch Zuversicht und Hoffnungen. Eine Zeit, die in Vielem unserer heutigen Zeit ähnlich ist.

Und mittendrin bekam eine junge Frau ihr erstes Kind – einen Sohn. Das war die Zeitenwende. Denn Gott selber kam in diesem Kind auf unsere Erde, in unsere Zeit, in der so Vieles zu wünschen bleibt. Gott wurde Mensch. Und das Leben der Menschen bekam einen neuen Schwung. Es ist wie ein neuer Takt, der uns von Gott gegeben wurde. Der Takt Seiner Liebe und der Barmherzigkeit. Deshalb sollte auch das Miteinander der Menschen von Taktgefühl und Respekt bestimmt sein. In der jetzigen Zeit kann das bedeuten, dass wir Abstand halten. Und das aus Respekt vor dem Anderen, um ihn zu schützen. Damit achten wir die Verletzlichkeit des Anderen. Das sind Zeichen der Liebe und der Hoffnung in dieser schwierigen Zeit.

Gott selber kam in diesem Kind auf unsere Erde. Er kam und ist für alle da – egal ob groß und klein, ob krank und gesund, ob arm und reich. Allen Menschen wendet sich Gott zu. Die Ängste unserer Zeit trägt Gott nun mit. So können wir getröstet in der Gegenwart leben und in die Zukunft blicken. Es ist ein neuer Rhythmus, den Gott unserem Leben gibt. Die Hoffnung, dass Gott alles gut vollenden wird, hat ihren Grund in der Krippe im Stall von Bethlehem. Da hat Gott Seine unvorstellbar große Liebe zu uns Menschen gezeigt. Eine gute Zeit ist für uns Menschen angebrochen! Gott ist uns jetzt so nah, dass wir die Veränderung spüren können. So wie der Text und der Rhythmus des Adventsliedes uns bewegt:

„Seht, die gute Zeit ist nah, Gott kommt auf die Erde, kommt und ist für alle da, kommt, dass Friede werde, kommt, dass Friede werde. Hirt und König, Groß und Klein, Kranke und Gesunde, Arme, Reiche lädt er ein, freut euch auf die Stunde, freut euch auf die Stunde.“ (EKG 18) Ich wünsche Ihnen eine gute, gesegnete Zeit! Gott, du bist gekommen, damit sich die Zeiten ändern: damit die Blinden dein Licht schauen, die Trauernden wieder lachen, die Lahmen springen, die Verstummten jauchzen und die Kranken zu Kräften kommen, damit unsere Dunkelheiten erhellt werden und gute Zeiten anbrechen. Amen

Ihre  Pfarrerin Anke Walter

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