Weltgebetstag

Das ökumenische Weltgebetstagsteam läd herzlich ein, am Freitag, den 6. März um 19:00 Uhr gemeinsam mit einer die Erde umspannenden Gemeinde den Weltgebetstag zu begehen. Turnusgemäß findet der er in diesem Jahr in der katholischen St. Marien-Kirche statt.

Steh auf und geh! Mit der Bibelstelle von der Heilung des Gelähmten aus dem Johannisevangelium 5, 2-9a laden Frauen aus Simbabwe zum Weltgebetstag ein. Sie geben damit einen Anstoß, Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung zu erkennen und zu gehen.

Wir laden herzlich ein, mit uns den Gottesdienst zusammen mit der katholischen Gemeinde in St. Marien zu feiern. Im Anschluss dürfen Sie im Pfarrzentrum Kulinarisches aus Simbabwe kosten, zubereitet von ehrenamtlichen Helferinnen.

Kirchenschatz: Mose

Mose-mit-TraubenElke-31_1024Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Ich kann schon etwas kratzig werden, wenn jemand etwas, das mir lieb und wert ist, schlechtredet und herabwürdigt. So geht es mir mit unserem „Kanzelträger“ Mose, den ich mir diesmal als Kirchenschatz auserkoren habe. Denn für mich ist er ein Schatz, auch wenn ich in einer kunsthistorischen Betrachtung lesen muss: „Die Christusfigur und der Moses unter der Kanzel wurden von einem Fürther Bildhauer gearbeitet und sind als handwerkliche, unbedeutende Leistungen zu betrachten.“ Hallo, geht’s noch?!
Die vom Brucker Schreiner Samuel Hartmann im Jahr 1680 gefertigte Kanzel wird dann allerdings (zu Recht) in den höchsten Tönen gelobt. Ich habe ja an dieser Stelle bereits über die drei wunderschönen Engel am Aufgang zur Kanzel berichtet.
Überhaupt mag ich die Kanzel als Ganzes sehr. Man kann an ihr einen richtigen Glaubenskurs machen. Das erzähle ich Ihnen gerne einmal bei einer Kirchenführung. Heute geht es mir um
Mose.
Er gehört für mich zu den wirklich tragischen Gestalten des Alten Testaments. Macht er deshalb so ein tieftrauriges Gesicht? Was hat er nicht alles erlebt: die Bedrohung seines Lebens schon als Säugling, die Unterdrückung seines Volkes, Flucht, ein Amt, das ihm zu gewaltig schien, es ausfüllen zu können, das mutige Eintreten für das versklavte Volk Israel und schließlich dessen Befreiung. Dann die nicht enden wollende Wüstenwanderung und das Vermitteln zwischen Gott und dem ewig murrenden Volk.
Der Bildschnitzer gestaltet ihn wie einen König, lebensgroß, sehr aufrecht, in Rot, Gold und Silber gekleidet. Nur die wilde Haartracht, die Sandalen und der fellgefütterte Überwurf deuten auf die lange, lange Wüstenwanderung. Mose trägt die Kanzel, besser gesagt, sie wächst sozusagen aus ihm heraus.
Übertragen: Das Neue wurzelt im Alten Testament. Mit einer Hand stützt er den Kanzelkorb leicht, in der anderen hält er die Tafeln mit den zehn Geboten, die Gott ihm am Berg Sinai für sein Volk
übergab. 
Und ausgerechnet er durfte das so lange verheißene Land nicht betreten, nur hinübersehen, kurz vor seinem Tod. Tröstlich, dass es am Schluss des 5. Buches Mose heißt: „Und es stand
hinfort kein Prophet in Israel auf wie Mose, den der HERR erkannt hätte von
Angesicht zu Angesicht.“

Dez. 2019, Gertrud Trojanski
Brucker Kirchenschätze

meditativer Spaziergang

Als er sich von ihnen (seinen Jüngern) getrennt hatte, ging er hin auf einen Berg, um zu beten“
(Mk. 6,46)

Nicht nur das stille Kämmerlein empfiehlt Jesus zum Gebet. Von ihm selbst wird erzählt, dass er immer wieder die Einsamkeit gesucht hat und oft war es ein Ort in der Natur, den er aufgesucht hat, um ungestört zu beten.

Auch in unserer Zeit ist die Natur für viele ein Ort, an dem sie sich Gott nahe fühlen. Deshalb möchte ich dich heute einladen, dich auf den Weg zu machen zu einem meditativen Spaziergang. Das geht natürlich am besten allein – oder mit jemandem, mit dem oder der du auch schweigen kannst.
Beginne damit, mit deinen Sinnen wahrzunehmen, was dir auf deinem Weg begegnet: Was siehst du? …
Was hörst du?… Was riechst du?… Was fühlst oder spürst du auf deiner Haut?…
Konzentriere dich immer eine Zeitlang auf einen Sinn. Und denk daran: es geht nicht darum, etwas zu finden oder zu beobachten – lass einfach auf dich zukommen, was dir begegnet, was am Wegesrand oder auch auf dem Weg einfach da ist.
Vielleicht willst du auch etwas in die Hand nehmen, berühren, vielleicht auch mit nach Hause nehmen, um dich noch länger zu erinnern.
In all dem, was dir auf dem Weg begegnet, ist Gott gegenwärtig und dir nah.
Als Abschluss – oder auch zwischendrin – kannst du stehenbleiben, die Augen schließen, Gott mit deinen Worten – oder auch ohne Worte – danken.

meditativer Gebetsschemel

Herr, du erforschest mich und kennest mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.
(Psalm 139,1-3)

Die Übung zur Körperwahrnehmung kannst du natürlich auch auf einem Gebetsschemel oder Kissen machen. Manche haben schon Erfahrung damit.
Wer damit neu anfangen möchte, kann mich ja kontaktieren:
barbara.hertel-ruf@web.de

Körperwahrnehmung

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, das erkennt
meine Seele“ (Psalm 139,14)

Der Beter des 139. Psalms kommt regelrecht ins Schwärmen darüber, wie Gott uns Menschen
erschaffen hat. Der menschliche Körper ist für ihn ein einziges Wunder, für das er Gott nicht genug danken kann.
Wenn wir die Meditation damit beginnen, unserem eigenen Körper Aufmerksamkeit zu schenken und ihn bewusst wahrzunehmen, dann kann uns das immer wieder die Augen öffnen für den, der ihn uns geschenkt hat. Dahin soll die folgende Übung zur Körperwahrnehmung führen:
Lies die Anleitung durch und präge dir ungefähr ein, wie sie dich durch deinen Körper führt. Dann leg sie zur Seite und geh die einzelnen Schritte wie du sie dir gemerkt hast. Es kommt nicht darauf an, keinen Fehler zu machen, sondern, mit Aufmerksamkeit bei deinem Körper zu sein.
Du sitzt auf einem Stuhl, möglichst ohne Polster, aufrecht, am besten, ohne den Rücken anzulehnen. Wenn du die Lehne brauchst, setze dich ganz nach hinten, dass der Rücken trotzdem gerade sein kann. Beide Füße sollen ganz auf dem Boden sein, evtl. kannst du eine zusammengerollte Decke zu Hilfe nehmen.
Die Hände bilden vor dem Bauch eine Schale oder liegen locker auf den Oberschenkeln.
Schließe die Augen und geh mit deiner Aufmerksamkeit zu den Füßen. Spüre, wie die Fußsohlen den Boden berühren. Wandere dann in deiner Vorstellung weiter nach oben: zu den Unterschenkeln … den Oberschenkeln … zum Gesäß. Du spürst die beiden Sitzknochen, spürst hin zum Becken. Lass es in deiner Vorstellung ganz weit werden. Dann suchst du das Kreuzbein. (Wenn du eine Hand nach hinten führst findest du es ganz gut mit dem Handrücken. Später reicht dann die Vorstellung).
Vom Kreuzbein aus kletterst du in deiner Vorstellung Wirbel für Wirbel nach oben. Das hilft dir,
aufrecht und gerade da zu sein. Nimm den Brustkorb wahr, wie er sich mit jedem Atemzug weitet.
Nun kommst du zu den Schultern, an denen locker die Arme hängen. Spüre auch den Armen nach:
Oberarme, Unterarme, die Hände. Dann wieder zurück zu den Schultern und der Wirbelsäule.
Du hast die Halswirbel erreicht und spürst, wie auf dem obersten der Kopf sitzt. Spüre ganz nach oben hin zum Scheitelpunkt. Stell dir vor, daran ist ein goldener Faden befestigt, der dich mit dem Himmel verbindet. Spür nun noch zu deinem Gesicht hin, die Muskeln dürfen ganz locker sein, auch die Zunge ganz locker im Mund.
Zuletzt spürst du deinen Atem, wie er kommt und geht ohne dein Zutun.
So, mit der Aufmerksamkeit für deinen Atem, kannst du gut in die Stille vor Gott kommen und ohne Worte in der Gegenwart Gottes da sein.