Online-Meditation

 

Online-MeditationTrotz coronabedingter Einschränkungen müssen wir nicht darauf verzichten, gemeinsam zu meditieren. Ein paar Mal haben wir uns schon per Zoom-Videokonferenz getroffen und stellen fest, dass das immer besser gelingt. Wer neu dazukommen möchte, ist herzlich willkommen.
Eine E-Mail an mich genügt, die aktuellen Termine sind zu finden unter evangelische Termine Bruck.

 
Meditation am Abend online – nur mit Anmeldung!
zuhause (online)Pfarrerin i. R. Barbara Hertel-Ruf

Barbara Hertel-Ruf, Pfarrerin i.R.

 

Meditation wieder möglich

Wie zu manchem anderen, können wir uns auch wieder zum gemeinsamen Meditieren treffen, natürlich unter den aktuell gültigen Corona-Rahmenbedingungen. Ich darf also alle Interessierten am 22. September um 10.00 Uhr ins Haus unterm Kirchturm einladen. Bitte
kommen Sie in bequemer Kleidung und bringen ein Paar Wollsocken mit. Und melden Sie sich bitte an, telefonisch (09133-602762) oder per E-Mail (barbara.hertel-ruf@elkb.de).
Danke!
Bis dahin wünsche ich Ihnen angenehme Sommerwochen!
Bleiben Sie gesund!

Barbara Hertel-Ruf, Pfrin. i.R.

Online-Exerzitien

Zu dem Neuen, das mir in dieser Zeit begegnet, gehören die „Online-Exerzitien“, die das Forum Spiritualität anbietet und zu denen ich mich angemeldet habe.
Eine Anregung, die ich beim ersten „Treffen“ bekommen habe, betrifft meine Hände und die möchte ich hier weitergeben.

Von einem echten Kontakt mit Händen wie Hände schütteln zur Begrüßung, gar Umarmungen und Berührung mit Händen jeder Art wird ja zur Zeit dringend abgeraten. Mir ist das in vielen Fällen schwergefallen und so richtig habe ich mich immer noch nicht daran gewöhnt.

Aber es hat mich aufmerksam gemacht auf meine Hände und darauf, wie wichtig sie schon in der alltäglichen Kommunikation sind. Und vielleicht hängt das ja zusammen mit dem, was ich nun in den Exerzitien entdeckt habe.

Barbara Hertel-Ruf

Das Kreuzzeichen

“Des Morgens, wenn du aus dem Bette fährest, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen: das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist“
(Martin Luther)

Für Martin Luther war das noch selbstverständlich: sich selbst mit dem Zeichen des Kreuzes zu segnen. Für uns ist diese Geste leider fremd geworden. Erst allmählich finden wir in unserer evangelischen Kirche wieder einen Zugang dazu. Auch mir ging es nicht anders. Erst vor einigen Jahren habe ich diese wohltuende Geste für mich selbst entdeckt und sie schätzen und lieben gelernt. Ich habe gemerkt und spüre es immer wieder: Diese Bewegung: von der Stirn zum Bauch, von der linken zur rechten Schulter ist wie ein schützender Mantel, der mich umgibt und in den ich mich hüllen kann.
Später habe ich bei Anselm Grün noch mehr über diese Gebärde gelernt:

  • Vor allem, dass das Kreuz ein Zeichen der Liebe ist, mit der Christus uns bis zur
    Vollendung geliebt hat (Johannesevangelium)
  • Dass das Kreuzzeichen alle Gegensätze im Menschen, in mir verbindet: Denken und
    Gefühle, Unbewusstes und Bewusstes, Herz und Handeln
  • Dass ich mit dem Kreuzzeichen die Liebe Gottes in mich und in all diese Gegensätze
    hineinritze.

Ich möchte dir Mut machen, diese Geste einmal auszuprobieren, am besten mehrmals und dabei zu spüren, wie liebevoll und zärtlich sie sein kann, wie sie Gottes Segen wie einen schützenden Mantel auf dich legt und dich öffnet für Gottes große Liebe zu dir.
Du kannst mit dem Kreuzzeichen deine Meditationszeit beginnen und beenden. Und du kannst es bei anderen Gelegenheiten anwenden, wenn du spürst, dass du es brauchst.
Vor allem in der gegenwärtigen Zeit, in der Berührungen kaum noch möglich sind, kann das Kreuzzeichen dir zeigen: Gottes Liebe ist da, sie berührt und umgibt dich auch und gerade jetzt!

Barbara Hertel-Ruf

Karwoche-Ostern

Meditationsimpulse für die Karwoche und Ostern
Am Palmsonntag beginnt die Karwoche, die für viele etwas Besonderes ist, das Zugehen auf Karfreitag und dann auf Ostern.
Ich habe für jeden Tag von Palmsonntag bis Ostermontag einen Abschnitt aus der Passions- und Ostererzählung ausgesucht. Den kann man lesen und einen Satz daraus mit in die Meditation nehmen.

Palmsonntag: Lukas 19, 28-40 Einzug in Jerusalem
     Meditationsimpuls: Gelobt sei – der da kommt
Montag nach Palmsonntag: Lukas 7, 36-50 Eine Frau salbt Jesus
     Meditationsimpuls: Dein Glaube – hat dir geholfen
Dienstag nach Palmsonntag: Lukas 21, 29-33 Das Gleichnis vom Feigenbaum
     Meditationsimpuls: Meine Worte – vergehen nicht
Mittwoch nach Palmsonntag: Lukas 22, 7-20 Das letzte Abendmahl
     Meditationsimpuls: für euch – gegeben
Gründonnerstag: Lukas 22, 39-46 Gethsemane
     Meditationsimpuls: Dein Wille – geschehe!
Karfreitag: Lukas 23, 32-43 Golgatha Meditationsimpuls: Vater – vergib
Karsamstag: Lukas 23, 44-56 Tod und Grab
     Meditationsimpuls: Ich befehle meinen Geist – in deine Hände
Ostersonntag: Lukas 24, 1-12 Auferstehung Meditationsimpuls: Er ist – auferstanden
Ostermontag: Lukas 24, 13-35 Die Emmausjünger
     Meditationsimpuls: Bleibe – bei uns (oder: Bleibe – bei mir)

Herzensgebet

“Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe“
(Psalm 57,8)

Wer diesen Psalm in der Bibel aufschlägt wird merken, dass David ihn in einer Situation singt,
in der er eigentlich ziemlich verzweifelt sein müsste. Doch gerade da will er das Lob Gottes
anstimmen und sich von den äußeren Bedrohungen nicht runterziehen lassen.
Eine Hilfe, das immer wieder zu spüren und wahrzunehmen, ist das Herzensgebet. Das heißt
so, weil ich dabei einen einzigen Satz („Herr Jesus Christus, erbarme dich mein“ oder auch
nur „Jesus Christus“) immer wieder bete und wiederhole, bis er mir in Fleisch und Blut – oder
eben ins Herz – übergegangen ist und ich ihn ununterbrochen bete – nicht nur in der
Meditation, sondern auch in meinem Alltag: bei der Arbeit, beim Autofahren, an der
Bushaltestelle – wo ich eben bin. Und irgendwann merke ich „es betet in mir“.
Zum Herzensgebet gibt es sehr viele Bücher – allein in meinem Bücherregal stehen sechs
davon – in denen genau erklärt wird, wo dieses Gebet herkommt, welche Erfahrungen damit
gemacht wurden und wie man in diese Art zu beten am besten hineinkommen kann. Für die,
die sich evtl. intensiver damit befassen möchten, will ich stellvertretend zwei empfehlen:

    • Emmanuel Jungclaussen, Unterweisung im Herzensgebet
      Das ist eine klassische Einführung eines katholischen Benediktiners, der
      kontemplative Spiritualität zu seinem Lebensthema gemacht hat.

und

    • Andreas Ebert, Peter Musto, Praxis des Herzensgebets
      In diesem Buch geht es nicht nur ums Herzensgebet, es ist eine praktische und
      hilfreiche Anleitung zur christlichen Meditation.
      Andreas Ebert ist evangelischer Pfarrer im Ruhestand, Peter Musto Jesuitenpater,
      ebenfalls im Ruhestand. Beide verbindet die Liebe zum Herzensgebet und sehr viel
      Erfahrung im Bereich Spiritualität.

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Stille

„Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft“
(Psalm 62,2)

Das ist einer von vielen Bibelversen, zu finden vor allem in den Psalmen, in denen die Stille als die angemessene Haltung benannt wird, wenn Menschen sich an Gott wenden und vor ihn treten.
In den vorangegangenen Beiträgen habe ich Anregungen dazu gegeben, wie du mit Hilfe von
Körperübungen und Körperwahrnehmung loslassen kannst, was dich bewegt und beschäftigt und zu dir selbst und in die Stille finden kannst.
Wenn du einen guten Sitz gefunden hast (s. Anregung 3) und durch die Körperwahrnehmung ganz bei dir bist, dann kann die „eigentliche“ Stille beginnen. Achte auf deinen Atem und lege in die Atembewegung einen einzigen kurzen Satz, den du immer wiederholen kannst. Gut eignet sich die Zusage, die im Gottesnamen steckt: Ich bin bei dir
beim Einatmen: ich bin
Atempause
beim Ausatmen: bei dir
Wie lange sollst du in der Stille bleiben? Wenn du noch ungeübt bist, kannst du mit 10 Minuten beginnen und dich allmählich steigern bis 20 Minuten. Wer schon erfahren ist in der Meditation, kann gleich mit 15 oder 20 Minuten einsteigen.
Zum Abschluss kannst du die Arme seitlich nach oben führen, die Handflächen finden zusammen und halten vor dem Herzen inne. Mit einer kleinen Verbeugung kannst du „Danke“ sagen für diese Zeit in Gottes
Gegenwart.
Damit du nicht immer wieder auf die Uhr schauen musst, kannst du dir einen einfachen Küchenwecker stellen oder den Timer auf deinem Handy. Wer will, kann sich auch eine Meditationsapp aus dem Internet herunterladen, da kann man die Klänge aussuchen und die Zeit entsprechend einstellen.
Jetzt wünsche ich dir gute Erfahrungen beim Meditieren!